Hexe

Keiner wusste, woher sie kam. Eines Tages war sie einfach da. Sie wanderte auf der Straße herum, ein Messer in der linken, eine brennende Fackel in der rechten Hand. Als ein Auto auf sie zu fuhr, zeigte sie mit dem Messer darauf. Im nächsten Augenblick strömte Rauch aus der Motorhaube. Es blieb direkt vor ihr stehen. Sie sah den Fahrer an und lachte wahnsinnig. Im nächsten Moment stand sie schon direkt vor der Windschutzscheibe. Sie rammte ihr Messer hinein und stieg über die Scherben auf das Dach, bis sie auf der anderen Seite hinuntersprang. Die Menschen flohen in Panik. Die Hexe hob ihre Fackel. Mit einer wagen Bewegung in der Richtung eines Hauses, setzte sie es in Brand, obwohl sie sich viele Meter weit weg befand.
Die Polizei und die Feuerwehr wurden gerufen. Die Feuer, die sie in der ganzen Stadt auflodern ließ, konnten gelöscht werden, doch sie? Zwei jüngere Beamte rannten mit gezogenen Waffen auf sie zu. Sie befahlen ihr, sich zu ergeben. Doch während sie lachte, senkten sich die Pistolen. Und bevor sie wussten, was geschah, zuckten ihre Finger. Ein Schuss nach dem anderen erklang, die Kugeln landeten in ihren Füßen. Die Schmerzensschreie waren grauenhaft. Die Polizisten versuchten vor ihr wegzukriechen, was sie nur noch mehr zu amüsieren schien. Sie folgte ihnen und wendete nicht den Blick ab. Dann begannen die Beamten zu schweben. Sie schwebten vor ihr, bis sie in zwei verschiedene Richtungen geschleudert wurden. Doch plötzlich erstarb das Lachen der Hexe. Was sie nicht bemerkt hatte, war, dass sich eine junge Frau an sie herangeschlichen hatte. Eine junge Frau, die selbst mit einem großen Messer bewaffnet war und scheinbar nur auf eine günstige Gelegenheit gewartet hatte. Sie hatte sie genutzt, um den Hals der Hexe zu durchstechen. Diese torkelte nach vorn, ließ ihre Waffen fallen und löste sich im schwärzesten Rauch auf, den man je gesehen hatte. Und damit war alles vorbei.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert