Gespenst


„Finde mich“, hörte er es leise flüstern. Er folgte der Stimme durchs Haus und verließ es durch die Hintertür, die sich vor ihm öffnete. Er sah den Zipfel eines wehenden Rocks hinter einem Baum verschwinden. Seine Füße folgten dem Kleidungsstück, ohne dass er sich dagegen wehren konnte. Immer tiefer in den Wald, ab und zu sah er wieder einen Teil von ihr um eine Ecke biegen, manchmal sah er ihren Hinterkopf nicht weit weg von sich selbst. Er war fasziniert und hatte keine Chance, seinen Weg zu ändern. Doch als er wieder einem ihrer Haken folgte, stand er ihr Auge in Auge gegenüber. Die Frau hing in einer Falle, wie eine Fliege in einem Spinnennetz. Eine Schlinge lag so eng um ihren Hals, dass sie in ihre zarte Haut schnitt und Blut ihren Körper herab floss. Er blickte in ihre leblosen Augen. Als plötzlich ihr Kopf zu leuchten begann und ihm direkt ins Gesicht schrie. Vor Schreck stolperte er zurück. Das Gespenst trat wieder aus dem Frauenkörper hervor und griff nach ihm. Es ist nicht klar, ob er stolperte oder er in die passende Richtung geschubst wurde, aber er hörte ein leises Klicken, wurde von Seilen umschlungen und hochgezogen. Als sich die Schlinge um seinen Hals zuzog und sein Leben beendet wurde, hatte er einen letzten Gedanken. Woher wusste sie nur, dass es seine Fallen waren?

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